Isiolo in Kenia im Mai 2024: Häuser stehen unter Wasser.

Überschwemmungen in Kenia: Flucht und Hunger

Die schweren Überschwemmungen in Kenia vertreiben mehr als 280.000 Menschen aus ihrer Heimat und schüren den Hunger. Mehr als 260 Menschen sind bislang infolge der starken Regenfälle und Überflutungen ums Leben gekommen. Das Wasser hat ganze Gemeinden weggespült und Brücken, Straßen, Gesundheitseinrichtungen und andere wichtige Infrastruktur zerstört. Gefährliche Schlammlawinen haben Gebäude wie Schulen, Geschäfte und Wohnhäuser mitgerissen.  

Hunger droht in den Überschwemmungsgebieten in Kenia

Die Versorgung mit Nahrungsmitteln werden die Überschwemmungen wohl über Monate hinweg beeinflussen. Insgesamt haben die sintflutartigen Regenfälle über 41.000 Hektar Ackerland unter Wasser gesetzt. Tausende Tiere sind in der Flutkatastrophe verendet oder wurden weggespült. In einem Land, in dem bereits zwei Drittel der Menschen in Armut leben und viele von der Landwirtschaft abhängig sind, steigt damit die Gefahr einer ernsthaften Hungerkrise.  

Am Fluss Tana sind die Straßen überflutet – die Menschen müssen sie mit Booten passieren.
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Am Fluss Tana sind alle Straßen überschwemmt. Die Menschen nutzen Boote, um sie zu passieren. 

Die Überschwemmungen haben auch saubere Wasserquellen verunreinigt und Teiche, Flüsse und Bäche zu einer Brutstätte für Krankheiten gemacht. Es wurden bereits Fälle von Cholera gemeldet, und andere durch Wasser übertragene Krankheiten wie Durchfall sind wahrscheinlich. Solche Erkrankungen sind besonders für mangelernährte Menschen, insbesondere Kinder und ältere Personen, gefährlich.  

Aktion gegen den Hunger hilft von Überschwemmungen betroffenen Menschen

Aktion gegen den Hunger reagiert in den betroffenen Gebieten, unter anderem in den Bezirken Tana River, Mandera, Isiolo, West Pokot und Baringo, und verteilt unter anderem Sanitär- und Hygienekits an über 71.000 Menschen in den fünf Gegenden. Die Familien erhielten 20-Liter-Behälter, 10-Liter-Eimer, Seifen und Mittel zur Wasseraufbereitung für drei Monate. Frauen und Mädchen erhielten außerdem Hygienesets für die Menstruation. 

Überschwemmungen in Kenia

Unsere Teams unterstützen außerdem Bargeldtransfers an die betroffene Bevölkerung. Damit helfen wir zurzeit rund 48.000 Menschen, die sich damit selbst auf den bestehenden Märkten versorgen können. Wir erreichen die am schwersten zugänglichen Gebiete, stellen den Zugang zu Gesundheitsdiensten sicher und klären die Menschen über richtige Hygienepraktiken und die Gefahr von durch Wasser übertragenen Krankheiten auf.  

Viele Menschen erhalten Planen für Notunterkünfte, Notlatrinen, Moskitonetze und Schlafnetze. Denn gegenwärtig leben unzählige Familien im ganzen Land in Vertriebenenlagern, die nur notdürftig aufgebaut wurden. Viele mussten ihr ganzes Leben hinter sich lassen und sich von der einzigen Heimat verabschiedet, die sie je gekannt haben. 

In Kenia wurden mehr als 280.000 Menschen durch tödliche Überschwemmungen vertrieben. Die Familien stehen vor einer ungewissen Zukunft, da sintflutartige Regenfälle Gebäude, Häuser, Gesundheitseinrichtungen und Anbauflächen zerstört haben. Aktion gegen den Hunger setzt sich dafür ein, dass Tausende von Menschen Zugang zu sauberem Wasser und anderen lebensnotwendigen Gütern haben.

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Flut zeigt: Klimawandel erhöht den Hunger

Vertreibung führt zu Hunger – denn Betroffene haben keine festen Einkommens- und Versorgungsquellen mehr. Vor den Überschwemmungen waren bereits rund zwei Millionen Menschen in Kenia von Ernährungsunsicherheit betroffen und 847.000 Kinder unterernährt. Unsere Teams betonen, dass nach einer der schlimmsten Überschwemmungen in der Geschichte Kenias dringend Finanzmittel und weitere Unterstützung benötigt werden.

Der Klimawandel ist der wahrscheinlichste Grund für die überdurchschnittlich hohen Niederschläge. Im vergangenen Herbst zeigten Untersuchungen von World Weather Attribution, dass die Regenfälle und Überschwemmungen in Kenia, Äthiopien und Somalia aufgrund des Klimawandels doppelt so stark waren wie zuvor. Weltweit nehmen Naturkatastrophen an Umfang und Ausmaß zu und verhindern, dass Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung, sauberem Wasser, Lebensmitteln und anderen Grundbedürfnissen haben. 

Ein Gebäude in Isiolo in Kenia steht nach den Überschwemmungen im April und Mai 2024 unter Wasser.
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In Isiolo, einer Gegend, in der wir schon lange aktiv sind, stehen ganze Gebäude unter Wasser. 

In Kenia wurde der 8. Mai zum Feiertag erklärt, um der Opfer zu gedenken.

Über Aktion gegen den Hunger in Kenia

Aktion gegen den Hunger ist seit 2002 in Kenia tätig. Im vergangenen Jahr erreichten unsere Teams über 923.000 Menschen mit Programmen zur Verbesserung der Ernährungssicherheit, zur Verbesserung des Zugangs zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen, zur Behandlung von Unterernährung und zur Verhinderung von klimabedingtem Hunger. Nach den jüngsten Überschwemmungen reagieren wir auf den dringenden Bedarf und helfen über 71.000 Menschen. 

28. MAI 2024
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