Ein Mitarbeiter von Aktion gegen den Hunger und ein Programmteilnehmer aus Uganda bedecken Ackerboden mit Mulch.

Nutrition for Growth Gipfel 2025: Entscheidender Moment für die globale Ernährungssicherung

Pressemitteilung vom: 25.03.2025

Am 27. und 28. März kommen in Paris Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zum Nutrition for Growth Gipfel (N4G) zusammen. Ziel des Gipfels ist es, neue Maßnahmen im Kampf gegen Mangelernährung zu vereinbaren. Es ist der erste große Gipfel zu Ernährungssicherheit nach den drastischen Kürzungen der US-Auslandshilfen. In dieser kritischen Phase kommt der neuen Bundesregierung in Deutschland eine entscheidende Rolle zu, um das Engagement der internationalen Hilfe aufrechtzuerhalten.

„Der Nutrition for Growth Gipfel findet in einer Zeit statt, in der internationale Solidarität nachlässt und gravierende Finanzierungslücken in der Hungerbekämpfung und Ernährungssicherung drohen. Aktion gegen den Hunger fordert die Bundesregierung auf, ein starkes Signal für ihr Commitment zur Agenda 2030 und dem Kampf gegen den Hunger zu setzen. Um Menschenleben zu retten, muss Deutschland seiner Verantwortung gerecht werden und einen entscheidenden Beitrag zur globalen Ernährungssicherheit leisten,“ erläutert Emma Beelen, Advocacyreferentin für Klima und Ernährung bei Aktion gegen den Hunger.

Im Jahr 2015 hatte sich die Weltgemeinschaft mit der Agenda 2030 unter anderem das Ziel gesetzt, Hunger und Mangelernährung weltweit zu beenden. Doch auch zehn Jahre später leiden immer noch rund 733 Millionen Menschen an Hunger. Konflikte, Klimawandel und wirtschaftliche Krisen haben diese Zahl weiter steigt lassen. Gleichzeitig gerät die internationale Solidarität ins Wanken: Die USA wollen die Entwicklungsbehörde USAID weitgehend auflösen und nach Regierungsangaben 83 Prozent der USAID-Programme streichen.

Diese Kürzungen haben bereits jetzt katastrophale Auswirkungen, beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo, wo die USA mit einem Beitrag von 68,2 Prozent zum humanitären Hilfsplan 2024 der größte Geber humanitärer Hilfe war und die abrupte Einstellung dieser Hilfsgelder Menschenleben kostet. Auch in der Europäischen Union und in Deutschland drohen Budgetkürzungen für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe.

Investitionen in die Bekämpfung von Unter- und Mangelernährung zahlen sich aus

Der Nutrition for Growth Gipfel 2025 ist daher ein entscheidender Moment, um klare Zusagen zur Bekämpfung der Mangelernährung zu erneuern und nachhaltige Lösungen voranzutreiben. Investitionen in die Ernährung während ersten 1.000 Tage eines Menschenlebens gelten als besonders effektiv. In dieser sensiblen Phase beeinflusst die Ernährung nicht nur das Wachstum, sondern auch die kognitive Entwicklung und das Immunsystem. Eine ausgewogene Nährstoffzufuhr kann das Risiko für chronische Krankheiten wie Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck im späteren Leben erheblich reduzieren.

Laut der Weltbank kann jeder investierte Dollar in die Bekämpfung von Unter- und Mangelernährung einen wirtschaftlichen Nutzen von bis zu 23 Dollar erzielen. Eine gut ernährte Bevölkerung ist gesünder, produktiver und weniger anfällig für Krankheiten, was langfristig die Kosten für Gesundheitssysteme senkt und wirtschaftliche Stabilität fördert.

Obwohl es genug Nahrung für alle Menschen gibt, stirbt alle 13 Sekunden ein Kind unter 5 Jahren an Hunger. 3 von 10 Menschen auf der Welt haben weiterhin keinen Zugang zu gesunder, nährstoffreicher und angemessener Nahrung. Es ist daher eine Frage des politischen Willens, bedürftigen Menschen unabhängig von politischen Interessen Hilfe zukommen zu lassen.

Forderungen an die Bundesregierung

Gemeinsam mit anderen NGOs fordert Aktion gegen den Hunger die künftige Bundesregierung auf, sich für folgende Ziele einzusetzen:

  • Bessere Politikkohärenz: Verschiedene Sektoren wie Landwirtschaft, Gesundheit und Klimaanpassung sollen gemeinsam und ernährungssensibel handeln.
  • Fokus auf vulnerable Gruppen: Frauen, Kinder und Jugendliche müssen besseren Zugang zu gesunder Ernährung erhalten.
  • Recht auf Ernährung umsetzen: Deutschland soll sich für eine Verlängerung der Globalen Ernährungsziele in der Weltgesundheitsversammlung einsetzen.
  • Verlässliche Finanzierung: Die Mittel für Ernährung müssen auch bei starken Budgetkürzungen gesichert bleiben.
  • Mehr Transparenz: Die OECD-Kennzeichnung für Nutrition-Maßnahmen soll genutzt werden, um Ernährungsausgaben nachvollziehbar zu machen.

Über Aktion gegen den Hunger

Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 56 Ländern und Regionen aktiv ist und über 21 Millionen Menschen unterstützt. Seit über 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.987 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Hinweise an die Redaktionen

 Unser Forderungspapier an die Bundesregierung

 Sprecher*innen verfügbar: Gerne vermitteln wir Interviews, Gastbeiträge oder Hintergrundgespräche.

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